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Geschichte des Marktes Hohenburg

Burg und Markt
Zur Unterscheidung von Hohenburg am Inn erhielt die im Lauterachtal gelegene, möglicherweise als Reichsburg errichtete Burg die Bezeichnung Hohenburg auf dem Nordgau, die sich bis in die heutige Zeit erhalten hat.

Die Anfänge der Burg an der wichtigsten und ältesten, bereits 805 erwähnten Straße dürften bis an die Jahrtausendwende zurückreichen. Infolge mehrerer Verpfändungen im 14. und 15. Jahrhundert verfiel die Burg, so dass eine umfangreiche Ausbesserung im 16. Jahrhundert nötig wurde. In der Mitte des 16. Jahrhunderts verlegte der bischöfliche Pfleger seinen Amtssitz in ein neues Amtsgebäude im Markt (Pfleghof). Seit dieser Zeit verlor die Burg an Bedeutung. 1810 wurde sie an Hohenburger Bürger als „Steinbruch“ verkauft; den völligen Abbruch verhinderte Mitte des 19. Jahrhunderts eine Weisung des Landgerichts Parsberg.

Die Herrschaft
Als Sitz eines Grafengeschlechts, das sich nach der Burg benannte, erscheint Hohenburg um 1100 in der Geschichte. 1142 vermachten die Grafen Ernst und Friedrich im Fall ihres söhnelosen Todes die Burg dem Hochstift Regensburg, aber erst 1257 fiel Hohenburg, das unterdessen in den Besitz der Diepoldinger gelangt war, endgültig an den Bischof von Regensburg. Mit dem Ende des sog. „Dalberg-Staates“ i. J. 1810 kam Hohenburg an den bayerischen Staat.

Der Markt
Der mit Ringmauer und Toren befestigte Markt, besteht aus einer verbreiterten Hauptstraße. 1383 erstmals erwähnt stand die Siedlung mit dem i. J. 1390 erwähnten Eisenhammer in Verbindung. Hier, in Althohenburg, dürfte die älteste Siedlung zu suchen sein.

Kirchliche Verhältnisse
Seit ältester Zeit war Hohenburg Filiale des benachbarten Allersburg. Um einen eigenen Seelsorger zu erhalten stifteten die Bürger zwei Benefizien (1451 und 1502). Als bischöflichen Territorium gelegen, blieb Hohenburg in der Reformationszeit katholisch. Erst 1941 wurde Hohenburg eigene Pfarrei.

Kirchen
Die Marktkirche St. Jakob im Markt wurde 1663/64 unter Benützung alter Bauteile neu erbaut.
Die Friedhofkirche St. Salvator ist ein einheitlicher gotischer Bau.
Im Gebiet des Marktes liegen die Pfarreien Adertshausen und Allersburg. Ransbach ist Filiale von Utzenhofen: Die Kirche St. Peter stammt aus dem 13. Jahrhundert.
In der Pfarrei Adertshausen ist die Pfarrkirche St. Peter (1889 Neubau); Die Wallfahrtskirche Stettkirchen wird erstmals 1391 erwähnt, die Filialkirche in Mendorferbuch ist 1964 neu erbaut.
Die Pfarrkirche St. Michael in Allersburg ist ein gotischer, mehrfach veränderter Bau, der bereits im 9. Jahrhundert erwähnt wird. Eine romanische Anlage des 13. Jahrhunderts ist die Kirche St. Peter in Ransbach.

Truppenübungsplatz Hohenfels
Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und Aufrüstung des Heeres erforderten neues Übungsgelände. Die Wahl fiel auf ein dünnbesiedeltes Gebiet zwischen Hohenburg und dem Markt Hohenfels, das 1938 als Truppenübungsplatz Hohenfels bezeichnet, 1939 für militärische Zwecke genutzt wurde. Mit der Ablösung der an Hohenburg angrenzenden Gemeinden Frabertshofen und Enslwang verlor der Markt das gesamte südliche Hinterland. Folge war eine schwere Schädigung der Marktgemeinde für Handel und Gewerbe und machte, da viele Bürger den Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde suchen mussten, Hohenburg zur Wohngemeinde. Eine Verschärfung der Lage trat ein, als die amerikanischen Truppen 1951 eine Vergrößerung des Platzes forderten, und nun auch die Gemeinde Frabertshofen geräumt werden musste.

Gebietsreform
1972 wurden dem Markt die Gemeinden Adertshausen, Allersburg, Ransbach, Egelsheim und Mendorferbuch eingegliedert. Der Wunsch der Gemeinde als Einheitsgemeinde bestehen zu bleiben, wurde mit der Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit Schmidmühlen nicht erfüllt und erst mit deren Auflösung 1993 den Wünschen der Bürger entsprochen.


Literaturverzeichnis
Batzl Heribert, Geschichte des Marktes Hohenburg, 2000
Dachs Hans, Das Marktrecht von Hohenburg auf dem Nordgau, in VHO 34/1934
Griebach Eckehart, Truppenübungsplatz „Hohenfels“, 1988
Spörer Friedrich, Geschichtlicher Führer durch Hohenburg und die nächste Umgebung, 1935